Essen retten und verschenken - so geht foodsharing
fz-redakteur
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23. Juni 2017
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Wenn ihr am letzten Wochenende beim Kosmonaut dabei wart, ist euch dieser bunte Stand sicher aufgefallen. Ein Stand, an dem nette Menschen Essen verschenkten. Das Projekt dahinter heißt „Foodsharing“ und ist eine simple, aber tolle Idee, die wir euch hier noch einmal vorstellen und ans Herz legen möchten. 
Der Gedanke ist einfach: In unseren Breitengraden werden Lebensmittel viel zu oft und unnötigerweise verschwendet. Um diesem Umstand entgegenzuwirken, haben sich innerhalb der letzten viereinhalb Jahre Tausende von Foodsharing-Freiwilligen zusammengeschlossen. Ihre gemeinsame Aufgabe ist, essbare Lebensmittel von dort abzuholen, wo sie eigentlich entsorgt werden würden.

Das geht von Bäckereien, Supermärkten und Büros bis hin zu Privathaushalten. Sogenannte "Fair-Teiler" haben sich die Foodsharer als Stationen ausgedacht, also öffentliche Anlaufpunkte, an denen diese Lebensmittel dann weiterverschenkt werden - mittlerweile deutschlandweit.

Beim diesjährigen Kosmonaut-Festival waren die Foodsharer auch mit einem "Fair-Teiler" zugegen. Anja Konhäuser, seit 2015 ehrenamtliche Mitarbeiterin von Foodsharing in Chemnitz, sagte uns im Interview dazu:

"Festivals wie das Kosmonaut sind unglaublich gut, um mit Leuten ins Gespräch zu kommen. Und darum geht es ja auch bei uns. Es geht nicht nur um die Abholung von Essen und das Weiterverteilen, sondern auch um das Aufmerksam- und Mitmachen. Es ist nicht schwer, etwas nachhaltiger zu denken! Die Leute brauchen meist nur diesen kleinen Denkanstoß."
Bild 2 zum Artikel -
Beim Kosmonaut ist es so, dass die freiwilligen Foodsharer abends die Reste von den Essensständen abholen dürfen. In mitgebrachten Kühlschränken werden die Lebensmittel dann über Nacht gelagert und am nächsten Tag weiterverschenkt.

Natürlich kann jeder Festivalbesucher an diesem Stand auch seine übriggebliebenen Raviolidosen abgeben, bevor man sie wieder zurückschleppt oder gar ungeöffnet in den Müll schmeißt.

"Es sind ganz offensichtliche Sachen", berichtet Anja weiter, "die wir den Leuten erzählen: Dass man Essen nun mal teilt. Dass man das, was zu viel da ist, den Nachbarn gibt. Dass man weniger einkauft. Es is ganz simpel - und die meisten wissen das natürlich auch. Aber man muss eben manchmal noch den Anstoß bekommen, um darüber nachzudenken. Ich habe noch nie jemanden überzeugen müssen, dass er weniger wegwirft. Das ist ja logisch und eigentlich nichts Neues. Manchmal rede ich mit den Leuten aber auch gar nicht über Foodsharing, sondern über ganz andere Sachen wie Musik zum Beispiel. Die Leute zu erreichen und mit ihnen überhaupt ins Gespräch zu kommen, ist für mich das Wichtigste und Schöne daran.“

Lust auf mehr Infos rund ums „Foodsharing“? Oder ihr wollt direkt unterstützen? Hier auf der Website findet ihr alle wichtigen Informationen: foodsharing.de
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