Electric Moment: Konstantin Sibold testet Track im Berghain

DER DJ ÜBER SEINE GRÖSSTE NUMMER
fz-redakteur
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18. April 2018
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Der DJ und Produzent Konstantin Sibold steht bei Elektro-Fans gerade ganz weit oben auf der Playlist. Kein Wunder: Vom jüngsten Resident des legendären Stuttgarter Clubs "Rocker 33" hin zum international gefeierten DJ legte er eine steile Karriere hin. "Konsti" erinnert sich an den Moment zurück, als er seinen Hit "Mutter" das erste Mal im Berghain spielte.
Seine musikalische Ader entdeckte „Konsti“ schon im Kindesalter: Mit sechs Jahren fing er an Schlagzeug zu spielen, ein paar Jahre später probierte er sich darin, mit Musiksoftware eigene Beats zu produzieren. Zusammen mit seinem Buddy Leif Müller mischte er anschließend die Abiparty-Szene in der schwäbischen Provinz ordentlich auf, um einige Zeit später im Stuttgarter Club Rocker 33 die Party-Reihe „Common Sense People“ ins Leben zu rufen. Das Motiv dahinter? Elektronische Musik so zu präsentieren, dass auch Leute, die mit dem Genre nichts am Hut haben daran herangeführt werden.

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Neben dem Auflegen produzierte Konsti stets fleißig weiter – vorerst aber noch im stillen Kämmerlein. Schließlich releaste er seinen ersten Track und der Stein kam langsam ins Rollen. Mit dem „Madeleine“ schaffte er 2013 seinen Durchbruch und Szene-Größen wie Dixon und Âme wurden auf ihn aufmerksam. Im gleichen Jahr wurde er vom Groove Magazin zum Newcomer des Jahres gewählt. Von London, über Paris und Tel Aviv bespielt er seitdem die ganze Welt mit seiner elektronischen Musik.

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Ende 2014 bahnte sich eine große Nummer an: Konsti hatte einen neuen Track in der Pipeline. „Die Leute, denen ich den Track geschickt habe, haben ihn entweder geliebt oder gehasst. Er hat sofort polarisiert“, erinnert sich Konstantin zurück. Wie er es mit seiner Musik üblicherweise handhabt, habe er den Track erst mal beiseitegelegt. Denn der hatte in seine Augen das Potenzial, mehrere Jahre überdauern zu können. „In meinem Bereich ist es leider nicht unwichtig, welches Lied du auf welchem Label released, welche Leute dieses Label machen und für welchen Sound sie stehen“, erklärt er. Seine Vorahnung bestätigte sich, als er "Mutter" das erste Mal spielte – und zwar in keiner geringeren Location als der Panorama-Bar im Berghain.

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 „Der Floor war voller Leute, die komplett ausgeflippt sind. Da war so eine krasse Energie im Raum, dass man förmlich durch die Luft schneiden konnte. Das Lied hat alle aufgewühlt, wie ein Katalysator, der etwas ins Schwingen bringt.“

Nachdem er den Track in einen Mix für XLR8R.com packte, ging das Lied endgültig durch die Decke. Nach und nach meldeten sich alle Big Names der Szene und wollten den Track haben. Die Nummer hat Konsti übrigens seiner Mutter und dem ehemaligen Frankfurter Club „Omen“ gewidmet, erschienen ist sie auf dem Label „Running Back“.

 

Fotos: Saeed Kakavand