Line-Up! - 3 Fragen an Stephan Thanscheidt vom Highfield Festival

fz-redakteur
/
25. April 2018
Share this
Ein Traumjob, oder? Die Artists buchen zu dürfen und ein Festival so musikalisch zu formen. Oder besser gesagt: ein Festival letztlich zu dem zu machen, was es ausmacht. Klingt geil, oder? Wir haben mit Booker und "Festival-Macher" Stephan Thanscheidt über das Highfield Festival (17. bis 19. August, Großpösna) gesprochen.
Stephan Thanscheidt ist in der Festival-Szene nicht irgendwer. Er zählt zu Deutschlands größten Musikveranstaltern. Das Highfield Festival, das 1998 am Stausee Hohenfelden bei Erfurt gegründet wurde und 2010 nach Großpösna am Störmtaler See umzog, ist nur eines von derzeit zwölf Festivals, die Stephan Thanscheidt mitverantwortet.

Neben dem Highfield, das als wichtigstes Indie-Rock-Festival der neuen Bundesländer gilt, zählen namhafte Festivals wie das Hurricane, das Southside, der Chiemsee Reggae Summer oder das Deichbrand Festival zu seinem Portfolio. Im Klartext: In Sachen Festivals weiß Stephan Thanscheidt, wovon er redet. Und er hat wieder ein Line-Up an den Störmtaler See nahe Leipzig gelockt, dass sich gewaschen hat. Vom 17. bis 19. August bisher am Start: Billy Talent, Marteria, Broilers und die Fantastischen Vier. Auch dabei sind Alligatoh, Dropkick Murphys, The Hives, Kontra K, Editors, Clueso, Madsen, Dendemann, Gogol Bordello, Bosse und Prinz Pi. Die Antilopen Gang, The Subways, Maxïmo Park, Gloria, Bausa, Zugezogen Maskulin, Sondaschule, Fjørt, Swiss & Die Andern, Adam Angst und Itchy haben sich auch angekündigt.

Festivals.ZIP_Highfield_Booker_LineUP

Wie wird man eigentlich Booker?

Stephan: Es gibt natürlich keinen geregelten Weg, auch wenn etwa eine Ausbildung in der Branche nicht schadet. Genauso wichtig sind aber die Liebe zur Musik – und damit die unbedingte Kenntnis einer sich ständig verändernden Landschaft. Ich habe selbst schon immer Musik gemacht und nach meinem Studium in einem Verlag gearbeitet, der Musikmagazine und Musikevents produzierte, bevor ich als Booker zu FKP Scorpio kam.

Warum sollte man sich das Highfield auf keinen Fall entgehen lassen?

Stephan: Uns ist es wichtig, unseren Besuchern große Acts, aber eben auch Newcomer zu präsentieren. Aller großen Namen zum Trotz lohnt es sich daher, unser Line-Up auch mal von hinten zu lesen. Dabei geht es doch bei einem wirklich guten Festival: Eine gute Zeit zu haben und neue Eindrücke mit nach Hause zu nehmen – dem wollen wir auch musikalisch gerecht werden. Dass unseren Besuchern aber auch die Zeit ohne Musik im Gedächtnis bleibt, ist unter anderem der besonderen Lage des Festivals zu verdanken: Das Highfield in der Gemeinde Großpösna liegt direkt am Störmthaler See, der mit sieben Quadratkilometern Fläche eine beeindruckende Kulisse liefert. Morgens an den Strand, abends vor die Bühne – besser geht’s eigentlich nicht.

Festivals.ZIP_Highfield_LineUP_Booker_MainStage

Warum ist das Highfield anders als die anderen Festivals?

Stephan: Das Highfield existiert seit über 20 Jahren, und das sieht man vor allem an der Community, die das Festival zu etwas ganz Besonderem macht. Der Zusammenhalt und die Atmosphäre vor Ort sind nicht selbstverständlich, dafür sind wir unseren langjährigen Fans und neuen Besuchern gleichermaßen dankbar. Wir selbst sind bemüht, nicht nur musikalisch mit der Zeit zu gehen: Daher arbeiten wir ständig an neuen Konzepten, etwa neuen Services, komfortableren Unterkünften, Freizeitangeboten oder der ökologischen Ausrichtung. Das Festival zieht mittlerweile jedes Jahr 35.000 Menschen nach Großpösna, damit sind wir ein Leuchtturm in den neuen Bundesländern geworden. Sicherlich auch, weil die besondere Identität des Highfields trotz seiner Größe erhalten geblieben ist.

 

Das musst du wissen über das Highfield Festival

  • der Name „Highfield“ stammt vom ersten Austragungsort des Festivals: Hohenfelden bei Erfurt

  • eine der ersten Bands, die 1996 beim ersten Highfield aufgetreten sind, waren unter anderem Guano Apes und Fury in the Slaughterhouse

  • rund 35.000 Besucher werden für dieses Jahr erwartet – erneut

  • auch am Strand des Störmthaler See geht auf dem Highfield einiges: von Banana-Boat- und Tube-Riding über Windsurfen, (-Steh)-Paddeln und Beach-Volleyball ist so einiges in Planung